Inmitten der zahlreichen interessanten Angebote zum Tag des offenen Denkmals möchte der Staufersaga Verein die beeindruckende Dynastie der Staufer und das historische Erbe der ältesten Stauferstadt Schwäbisch Gmünd in den Mittelpunkt rücken, freut sich Gundi Mertens, stellvertretende Vorsitzende des Vereins und freut sich darauf, Besucherinnen und Besucher für diese spannende Epoche zu begeistern.

Erinnern – Geschichte wird lebendig
Erinnern heißt an diesem Sonntag auch, großartige Momente des historischen Theaterstücks „Die Staufersaga“ wieder aufleben zu lassen. Vor Ort können Besucherinnen und Besucher Kaiser Friedrich II., der einst als stupor mundi – „das Staunen der Welt“ – bezeichnet wurde, und Isabella von England begegnen.

Auch ein außergewöhnliches Gespräch zwischen einem Christen, einem Muslim und einem Juden wird lebendig. Die Szene greift ein zentrales Motiv des historischen Theaterstücks auf, das von Autor Stephan Kirchenbauer-Arnold inszeniert wurde und die Begegnung unterschiedlicher Kulturen und Religionen thematisiert. Für ein besonderes mittelalterliches Flair sorgen außerdem Orientalischer Tanz sowie die Klänge von Fanfaren und Dudelsack. Fast scheint es, als würde Friedrich II. mit seinem Gefolge gerade über die Alpen ziehen.

Erhalten – mittelalterliches Handwerk zum Mitmachen
Zahlreiche kunsthandwerkliche Impulse aus dem Mittelalter können vor Ort nicht nur bestaunt, sondern teilweise auch selbst ausprobiert werden. Verschiedene Gruppen laden zum Mitmachen ein und zeigen auf unkomplizierte und engagierte Weise, wie viel Freude es bereiten kann, sich mit historischen Themen auseinanderzusetzen und sich ehrenamtlich für deren Erhalt einzusetzen.

Mit dabei ist unter anderem die Gewandmeisterei – der Dreh- und Angelpunkt des Vereins, wenn es um die Herstellung historischer Gewänder und das Einkleiden für Theaterstücke und Projekte geht. Ein besonderes Augenmerk gilt den kunstvoll geflochtenen Gebenden: Aus bunten Baumwollstreifen gefertigt, mit Perlen bestickt und durch einen passenden Schleier ergänzt, galten sie im Mittelalter als begehrter Kopfschmuck für junge Mädchen.

Wer am Tag des offenen Denkmals selbst kreativ werden möchte, kann Hand anlegen und sich von den Gewandmeisterinnen vor Ort beraten und inspirieren lassen. Auch das Speckstein-Schnitzen gehört zu den mittelalterlichen Kunsthandwerken, die der Staufersaga Verein präsentiert. Mit viel Geduld und akribischer Feinarbeit entstehen filigrane Einzelstücke. Interessierte können hautnah miterleben, wie aus einem einfachen Stück Stein beispielsweise das Gmünder Einhorn, die Rosette der Johanniskirche oder das Symbol der Unendlichkeit entsteht. Diese und weitere außergewöhnliche Arbeiten können auch als besondere Geschenke erworben werden.

Neu denken – Geschichte mit Blick in die Zukunft
„Neu denken“ richtet den Blick schließlich auf die Zukunft. Auch diesen Gedanken greift der Staufersaga Verein auf und überrascht mit visionären Schau-Fechtübungen mit Lichterschwertern. Eine ungewöhnliche Verbindung von Vergangenheit und Zukunft, die zeigt: Geschichte darf auch mit einem Augenzwinkern und viel Fantasie neu interpretiert werden. Und natürlich dürfen die mittelalterlichen Schwertkämpfe, die bei der Staufersaga längst zum festen Bestandteil gehören, nicht fehlen. Sie folgen schon bald.

Die Staufer kehren zurück
Wer Lust auf noch mehr Staufergeschichte bekommen hat, darf sich bereits einen weiteren Termin vormerken: Am 27. September 2026 können die Gmünder Bürgerinnen und Bürger die Welt der Staufer-Dynastie erneut hautnah erleben.

Kaiser Barbarossa wird gemeinsam mit seinen Königskindern auf den Johannisplatz einziehen – begleitet von Rittern, Hofstaat, Zünften und allerlei Gefolge. An einer historischen Prunktafel wird die Zeit zurückgedreht und die Stadt für einige Stunden wieder ganz im Zeichen der Staufer stehen.

Der Staufersaga Verein lädt herzlich dazu ein, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern sie zu erleben, mitzugestalten und gemeinsam neu zu denken. Der Eintritt ist frei.